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Beantwortet
Autor Frank Wendler am 10. Dezember 2010
5811 Leser · 31 Stimmen · 1 Kommentar

OeNB im Eurosystem & Europäische Zentralbank

Alptraum Eurobonds?

Sehr geehrter Herr Nowotny,

der frühere Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Klaus Liebscher, ist ein Gegner von Eurobonds. (Interview Seite 9 vom 8.12.2010 im Kurier). Wörtlich sagt er: "Es ist nicht einzusehen, dass Österreich mit seinem Triple-A-Rating seinen guten Ruf für andere Länder opfert. Zudem führen Eurobonds zu einer Wettbewerbsverzerrung und zu einer Transferunion".

Genau das will die überwältigende Mehrheit der öster.Bevölkerung auf gar keinen Fall und wenn Klaus Liebscher heute noch Gouverneur der Österreichischen Nationalbank wäre, würde er sicher die Interessen von Österreich wahren.

Zweifeln Sie an der fachlichen Kompetenz von Klaus Liebscher und warum vertritt die öster. Nationalbank nicht die gleiche Einschätzung wie ihr Vorgänger?

Mit freundlichen Grüßen
Frank Wendler

+29

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Antwort
von Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny am 17. Januar 2011
Univ.-Prof. Dr. Ewald  Nowotny

Sehr geehrter Herr Wendler, sehr geehrter Herr Storck!

Erlauben Sie mir Ihre Fragen (http://www.direktzu.at/oenb/messages/29767), die sich ja beide auf die Eurobond-Thematik beziehen, mittels einer gemeinsamen Stellungnahme zu beantworten.

Unterschiedliche Positionen hinsichtlich der Einführung von Euro-Bonds sind nicht in Begrifflichkeiten von Wissen und Kompetenz zu diskutieren; denn – so wie bei vielen anderen Fragestellungen – gibt es auch hier unterschiedliche, jedoch gleichermaßen begründbare Meinungen. Die gegenwärtige Debatte zur Euro-Bond-Einführung befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium und ist derzeit überdies kein vorrangiges politisches Thema. Sie sollte – so wie auch die Politiker Pröll, Schäuble und Juncker bereits feststellten – in einer ruhigeren Atmosphäre unter Einbeziehung der Positionen von Expertinnen und Experten geführt werden. Denn um zur bestmöglichen Entscheidung zu gelangen, ist eine Versachlichung der Diskussion notwendig.

Konkret deckt sich in der derzeitigen Situation die Position der Oesterreichischen Nationalbank etwa mit den Positionen der Deutschen Bundesbank oder auch der Nederlandsche Bank. Das heißt, wir sehen derzeit keine Notwendigkeit und Möglichkeit für Eurobonds in der von Ihnen dargestellten Form.

Ich darf Ihnen zusätzlich mitteilen, dass es, wie ich aus einem klärenden Gespräch weiß, diesbezüglich auch keine Differenz mit meinem von mir sehr geschätzten Vorgänger Klaus Liebscher gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Ewald Nowotny

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